Himmelstadt – nahe dran an göttlichen Gefilden

Post ans Christkind ist zu richten an: Kirchplatz 3, 97267 Himmelstadt. | Foto: B. Schneider

Christkind – Kirchplatz 3 – 97267 Himmelstadt. An diese Adresse werden in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur junge Menschen Bitten richten. Und für gewöhnlich gibt es tatsächlich „wertvolle“ Antwort. Aber eben nicht wahrhaft aus Gottes Schreibstube. Die Himmelstadter geben ohne Ausflüchte zu, der Name sei „ä dobbelde Lüüch“ – allerdings nahe an der Wahrheit.

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Dank für die reiche Ernte im Weinberg und sonst

Weinbergskapelle am Gambacher Kalbenstein. | Foto: B. Schneider

Erntedanksonntag. In dieser Marienkapelle in der Gambacher Weinlage Kalbenstein nahe Karlstadt am Main dürfen heuer extradicke Kerzen brennen. Schließlich gerieten die Trauben durch den Fleiß der Arbeiter im Weinberg und mit Gottes Hilfe wirklich üppig und gehaltvoll. Nicht umsonst zieren die Wände des durch bunte Glasfenster von warmen Licht erfüllten Kirchleins Figuren – links – des Karl Borromäus, dessen Name „der Tüchtige“ bedeutet, und – rechts – des Schutzpatrons der Winzer, Sankt Urban. 

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300 Jahre Residenz Ellingen

Residenz Ellingen. | Foto: B. Schneider

In Ellingen im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen residierte von 1216 bis 1789 der Landkomtur der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Franken war die größte und reichste der 13 Provinzen des anlässlich des dritten Kreuzzugs um 1190 gegründeten Ritterordens. Prunk und Pracht wurden vollends augenscheinlich, als ab 1708 mittelalterliche Gebäude und ein repräsentativer Renaissancebau der heutigen Schlossanlage weichen mussten und die spätgotische Schlosskirche barockisiert wurde.

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Kannenbaum statt Tannenbaum

Kannenbaum in der Altstadt von Überlingen. | Foto: B. Schneider

Wäre jetzt kein Regen gekommen, hätten wir Gärten und Felder wohl tüchtig bewässern müssen. Mancherorts hängen Hunderte farbenfrohe Gießkannen in den Bäumen bereit. Diese Aufnahme entstand außerhalb von Franken – in Überlingen am Bodensee. Hier hätte 2020 die baden-württembergische Landesgartenschau stattfinden sollen. Corona-bedingt ist sie vorerst um ein Jahr verschoben. 

| Foto: B. Schneider

Kartoffelchips eine Erfindung der Wiesthaler Ölmüller?!

Um Pfingsten herum lädt der Wiesthaler Mühlenverein für gewöhnlich zu einem Backofen- und Mühlenfest ein. Die Infektionsschutzbestimmungen lassen dies heuer freilich nicht zu, wenngleich rund um die Ruhmühle am Aubach reichlich Platz wäre – aber eben nicht im Mühlengebäude selbst, um die uralte Technik mit ausreichend Abstand zu anderen Interessierten zu besichtigen. 

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Baubeginn für die Würzburger Residenz vor 300 Jahren

Würzburger Residenz mit Hofgarten. | Foto: B. Schneider

Am 22. Mai 1720, vor 300 Jahren, begann der Bau der Würzburger Residenz. Prompt titelte die Regionalzeitung Main-Post: „Happy Birthday, Residenz!“ Ziemlich daneben: Wenn man die Entstehung eines Gebäudes mit der eines Lebewesens vergleichen möchte, dann ist die Grundsteinlegung sicher nicht die Geburt, sondern wohl eher die Empfängnis. Im Falles des Barockschlosses, das den Fürstbischöfen des Hochstifts Würzburg zur Repräsentation und als Machtzentrale dienen sollte, dauerte die Schwangerschaft Jahrzehnte. 

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Museumstag unter erhöhtem Infektionsschutz

Am Sonntag, 17. Mai 2020, ist internationaler Museumstag. Viele Häuser in Deutschland beteiligen sich wegen der Corona-Pandemie ausschließlich mit einem digitalen Programm. Anders das Spessartmuseum in Lohr a. Main, wo bei freiem Eintritt von 10 bis 17 Uhr die komplette Ausstellung im ehemals kurmainzischen Schloss begangen werden kann – natürlich unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes. Soll heißen, dass Besucher eine Mund-Nase-Maske tragen müssen. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, der im Spessart ausgiebig der Jagd frönte, macht es vor … 

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Sorgen und Nöte in die Wallfahrtsorte bringen

Mariabuchen über dem Buchental bei Lohr a. Main. | Foto: B. Schneider

1. Mai – eher Marienfeiertag oder vielmehr Tag der Arbeit? Wenn man die Angelegenheit chronologisch betrachtet, fällt die Antwort eindeutig aus: Zuerst war die Verehrung Mariens – unter anderem als Patronin Bayerns und Herzogin Frankens. Die internationale sozialistische Arbeiterbewegung beansprucht den ersten Tag des Wonnemonats erst seit 1890 für sich. Aber die katholische Kirche hat darauf reagiert; Papst Pius XII. (gewählt 1939) rief dazu auf, dem heiligen Joseph, dem Pflegevater Jesu, der von Beruf Zimmermann war und als Joseph der Arbeiter bezeichnet wird, außer an seinem Namenstag am 19. März auch am 1. Mai zu gedenken.

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500 Jahre Kissinger Kur

Bad Kissingen hat für die Trinkkur die größte Wandelhalle Europas. Hier spielt auch ein eigenes 13-köpfiges Orchester – die „Staatsbad Philharmonie Kissingen“ – auf einer drehbaren Konzertbühne von Dienstag bis Sonntag zweimal täglich. | Foto: B. Schneider

Würzburger Domdekan war der erste namentlich bekannte Gast

Der Würzburger Domdekan Dietrich von Thüngen (1476–1540) war der erste namentlich bekannte Kissinger Kurgast. Genau 500 Jahre ist es hier, seit er sein Heil im Bade suchte. Im 19. Jahrhundert stieg die gastliche Stadt in der Vorrhön mit ihren gesundheitsfördernden Wässern zum Weltbad auf, wo gekrönte Häupter und andere Staatenlenker sich trafen. Aus jenen Tagen rühren viele Superlative. Daran schloss im zurückliegenden Jahr der von der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH vermeldete Rekord an Gästeanreisen an; seit 1745 werden diese Zahlen aufgezeichnet. Derweil hoffen die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, alle Anstrengungen würden von der UNESCO jetzt belohnt mit dem Titel „Weltkulturerbe der Menschheit“. 

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