Kartoffelchips eine Erfindung der Wiesthaler Ölmüller?!

Um Pfingsten herum lädt der Wiesthaler Mühlenverein für gewöhnlich zu einem Backofen- und Mühlenfest ein. Die Infektionsschutzbestimmungen lassen dies heuer freilich nicht zu, wenngleich rund um die Ruhmühle am Aubach reichlich Platz wäre – aber eben nicht im Mühlengebäude selbst, um die uralte Technik mit ausreichend Abstand zu anderen Interessierten zu besichtigen. 

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Baubeginn für die Würzburger Residenz vor 300 Jahren

Würzburger Residenz mit Hofgarten. | Foto: B. Schneider

Am 22. Mai 1720, vor 300 Jahren, begann der Bau der Würzburger Residenz. Prompt titelte die Regionalzeitung Main-Post: „Happy Birthday, Residenz!“ Ziemlich daneben: Wenn man die Entstehung eines Gebäudes mit der eines Lebewesens vergleichen möchte, dann ist die Grundsteinlegung sicher nicht die Geburt, sondern wohl eher die Empfängnis. Im Falles des Barockschlosses, das den Fürstbischöfen des Hochstifts Würzburg zur Repräsentation und als Machtzentrale dienen sollte, dauerte die Schwangerschaft Jahrzehnte. 

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Museumstag unter erhöhtem Infektionsschutz

Am Sonntag, 17. Mai 2020, ist internationaler Museumstag. Viele Häuser in Deutschland beteiligen sich wegen der Corona-Pandemie ausschließlich mit einem digitalen Programm. Anders das Spessartmuseum in Lohr a. Main, wo bei freiem Eintritt von 10 bis 17 Uhr die komplette Ausstellung im ehemals kurmainzischen Schloss begangen werden kann – natürlich unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes. Soll heißen, dass Besucher eine Mund-Nase-Maske tragen müssen. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, der im Spessart ausgiebig der Jagd frönte, macht es vor … 

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Sorgen und Nöte in die Wallfahrtsorte bringen

Mariabuchen über dem Buchental bei Lohr a. Main. | Foto: B. Schneider

1. Mai – eher Marienfeiertag oder vielmehr Tag der Arbeit? Wenn man die Angelegenheit chronologisch betrachtet, fällt die Antwort eindeutig aus: Zuerst war die Verehrung Mariens – unter anderem als Patronin Bayerns und Herzogin Frankens. Die internationale sozialistische Arbeiterbewegung beansprucht den ersten Tag des Wonnemonats erst seit 1890 für sich. Aber die katholische Kirche hat darauf reagiert; Papst Pius XII. (gewählt 1939) rief dazu auf, dem heiligen Joseph, dem Pflegevater Jesu, der von Beruf Zimmermann war und als Joseph der Arbeiter bezeichnet wird, außer an seinem Namenstag am 19. März auch am 1. Mai zu gedenken.

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500 Jahre Kissinger Kur

Bad Kissingen hat für die Trinkkur die größte Wandelhalle Europas. Hier spielt auch ein eigenes 13-köpfiges Orchester – die „Staatsbad Philharmonie Kissingen“ – auf einer drehbaren Konzertbühne von Dienstag bis Sonntag zweimal täglich. | Foto: B. Schneider

Würzburger Domdekan war der erste namentlich bekannte Gast

Der Würzburger Domdekan Dietrich von Thüngen (1476–1540) war der erste namentlich bekannte Kissinger Kurgast. Genau 500 Jahre ist es hier, seit er sein Heil im Bade suchte. Im 19. Jahrhundert stieg die gastliche Stadt in der Vorrhön mit ihren gesundheitsfördernden Wässern zum Weltbad auf, wo gekrönte Häupter und andere Staatenlenker sich trafen. Aus jenen Tagen rühren viele Superlative. Daran schloss im zurückliegenden Jahr der von der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH vermeldete Rekord an Gästeanreisen an; seit 1745 werden diese Zahlen aufgezeichnet. Derweil hoffen die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, alle Anstrengungen würden von der UNESCO jetzt belohnt mit dem Titel „Weltkulturerbe der Menschheit“. 

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Osterbrunnen in diesem Jahr bestenfalls als „Light-Versionen”

Osterbrunnen in Hollfeld. | Foto: B. Schneider

Frohe Ostern! Der fränkische Brauch, Brunnen mit buntbemalten Eiern, dem Fruchtbarkeitssymbol, zu schmücken, unterstreicht die Bedeutung des Wassers als Lebensquell: Menschen, Tiere und Pflanzen sind darauf angewiesen. Für besonders kunstvoll gestaltete und üppig verzierte Osterbrunnen ist die Fränkische Schweiz bekannt. Oft helfen die Bewohner des ganzen Ortes zusammen; Einzelpersonen können dies jedenfalls nicht leisten. Deshalb bleiben heuer wegen des Corona-bedingten Kontaktverbots weithin die leicht zerbrechlichen Dekorationen eingepackt. Diese Bilder aus Hollfeld im Landkreis Bayreuth sind schon sieben Jahre alt. 

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Lengfurter halten den heiligen Sebastian in Ehren

Fähnrich Rüdiger Schreck schwingt die Standarte des Sebastiani-Vereins zu den Klängen der Musikkapelle Lengfurt unter der Leitung von Anton Baumeister. | Foto: B. Schneider

Dem heiligen Sebastian gedenkt die katholische Kirche am 20. Januar. Als Hauptmann der Prätorianergarde soll er um 288 den Märtyrertod gestorben sein, weil er notleidenden Menschen half und sich schließlich auch gegenüber dem römischen Kaiser Diokletian zum christlichen Glauben bekannte. Numidische Bogenschützen sollten ihn hinrichten. Er überlebte. Letztlich wurde er im Zirkus mit Keulen erschlagen und in den großen städtischen Abflussgraben geworfen. Er gilt als Schutzpatron vieler Berufsgruppen, unter anderem der Soldaten und Büchsenmacher. Angerufen als Fürsprecher bei Gott wird er vor allem bei Seuchengefahr. Dies taten auch die Bewohner von Lengfurt bei Marktheidenfeld im Pestjahr 1632. Seither feiern sie dem Heiligen zu Ehren jährlich ein mehrtägiges Fest. Seit 1866 zeichnet dafür ein eigens gegründeter Sebastiani-Verein verantwortlich. In jenem Jahr gab es in Lengfurt aufgrund der Cholera etliche Tote zu beklagen. Nur von 1943 bis 1950 musste das Sebastiani-Fest in Lengfurt kriegsbedingt ausfallen. Nachdem die Waffen funktionsuntüchtig gemacht waren, erlaubte die amerikanische Besatzungsmacht, dass die Sebastiani-Verehrer weiterhin ihr jahrhundertealtes Brauchtum pflegen. Zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten gehören natürlich Gottesdienste, aber auch das Exerzieren der fast 80-köpfigen Sebastiani-Wehr.

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Nach Mariabuchen in der Christnacht

Verschneites Buchental. | Foto: Paul Brey

Die Erlenbacher Höfe oberhalb des Buchentals waren die Heimat des Schriftstellers Hermann Sendelbach. Hier, inzwischen ein Ortsteil von Karlstadt, kam er vor 125 Jahren zur Welt. Sein „erster Mettegang“ als „Kind zwischen Wäldern“ grub sich in sein Gedächtnis ein. Ziel war Mariabuchen. 

Den Zauber jener Nacht hielt Hermann Sendelbach in einer beeindruckenden Erzählung fest. Die Strecke, die er damals in froher Erwartung bei Schnee und Sternenlicht mit flinken Beinchen zurücklegte, ist heute ein beliebter Abschnitt des fränkischen Marienwegs und eines europäischen Kulturwegs. Insgesamt sieben historische Mühlen säumen diesen Buchentalweg zwischen Steinfeld und Steinbach. Ein Sandsteinfindling mit Metalltafel erinnert an Hermann Sendelbach, der zwar erst elfjährig nach dem Tuberkulosetod der Mutter den heimischen Weiler verlassen musste, aber in seinem literarischen Werk immer wieder hierhin zurückkehrte. Zuweilen auch in Wirklichkeit.

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