Fast-nicht-Treiben

Burgblick aus dem Saaletal.

Die „Fastnacht in Franken“ gilt nachweislich einem Millionenpublikum als Inbegriff des närrischen Frohsinns. Die gleichnamige Prunksitzung aus den Veitshöchheimer Mainfrankensälen mauserte sich zur erfolgreichsten Sendung des Bayerischen Fernsehens. 1987 übertrug es Büttenreden und Gardetänze erstmals live. Diese Zeitspanne wirkt wie ein Wimpernschlag im Vergleich dazu, wie lange der organisierte Schabernack im Sinntal nördlich von Gemünden schon getrieben wird. „Die Göikel“ aus Rieneck berufen sich auf ein Ereignis des Jahres 1521 und wollten heuer zur 500. Wiederkehr einen Narrenzug nach historischem Vorbild veranstalten. Das Coronavirus machte die hochfliegenden Pläne zunichte. „Fasenacht“ – so die örtliche Sprechweise – in traditioneller Form ist „fast nicht“ möglich. Trotzdem bereitet es Spaß, das von einer trutzigen Burg bekrönte Städtchen aufzusuchen.

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Eine unendliche Geschichte … über den Weihnachtsbaum und eine (noch) nicht stattgefundene Ausstellung

In Franken ist das nötige Baumaterial reichlich vorhanden – für einen Christbaum aus Weinflaschen. Leer oder gefüllt. Aus Gewichtsgründen in der ersteren Version hat Spessartmuseumstechniker Andreas Eich einen solchen im Lohrer Schloss akkurat arrangiert. Aber kein Besucher wird ihn in dieser Advents- und Weihnachtszeit zu sehen bekommen; das Haus ist zum Zweck des Infektionsschutzes zunächst noch bis in den Januar hinein geschlossen. 

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Münnerstadt glänzt zum Jubiläum auf vielfältige Weise

Münnerstadt - selbst lohnenswertes Ziel, aber auch Ausgangspunkt interessanter Touren. | Foto: B. Schneider

So ist’s urkundlich verbrieft: Am 28. Dezember 770 schenkten ein gewisser Egli und seine Frau Sigihilt, ein Paar des niederen Adels, um sein Seelenheil zu sichern, dem Kloster Fulda Landbesitz in Münnerstadt. Seit dieser ersten Erwähnung des bald an Größe und Bedeutung wachsenden Ortes zwischen Rhön und Grabfeld spielt hier die katholische Kirche über Jahrhunderte hinweg eine entscheidende Rolle. Die meisten Sehenswürdigkeiten künden davon. Und es gibt weitere glänzende Gründe, einen Geburtstagsbesuch abzustatten. 

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Maria Limbach markiert den östlichen Wendepunkt des fränkischen Marienwegs

Wallfahrtskirche Maria Limbach. | Foto: B. Schneider

Heute (7. Dezember) feiern die christlichen Kirchen das Fest Mariä Empfängnis. Papst Pius IX. Hat 1854 die unbefleckte Empfängnis Mariens zum Dogma erhoben, also zur „grundlegenden Lehraussage mit unumstößlichen Wahrheitsanspruch“. Anders als eine Enzyklika, bei der es sich um ein „belehrendes oder ermahnendes Rundschreiben“ des Kirchenoberhaupts handelt. 

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Himmelstadt – nahe dran an göttlichen Gefilden

Post ans Christkind ist zu richten an: Kirchplatz 3, 97267 Himmelstadt. | Foto: B. Schneider

Christkind – Kirchplatz 3 – 97267 Himmelstadt. An diese Adresse werden in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur junge Menschen Bitten richten. Und für gewöhnlich gibt es tatsächlich „wertvolle“ Antwort. Aber eben nicht wahrhaft aus Gottes Schreibstube. Die Himmelstadter geben ohne Ausflüchte zu, der Name sei „ä dobbelde Lüüch“ – allerdings nahe an der Wahrheit.

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Dank für die reiche Ernte im Weinberg und sonst

Weinbergskapelle am Gambacher Kalbenstein. | Foto: B. Schneider

Erntedanksonntag. In dieser Marienkapelle in der Gambacher Weinlage Kalbenstein nahe Karlstadt am Main dürfen heuer extradicke Kerzen brennen. Schließlich gerieten die Trauben durch den Fleiß der Arbeiter im Weinberg und mit Gottes Hilfe wirklich üppig und gehaltvoll. Nicht umsonst zieren die Wände des durch bunte Glasfenster von warmen Licht erfüllten Kirchleins Figuren – links – des Karl Borromäus, dessen Name „der Tüchtige“ bedeutet, und – rechts – des Schutzpatrons der Winzer, Sankt Urban. 

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300 Jahre Residenz Ellingen

Residenz Ellingen. | Foto: B. Schneider

In Ellingen im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen residierte von 1216 bis 1789 der Landkomtur der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Franken war die größte und reichste der 13 Provinzen des anlässlich des dritten Kreuzzugs um 1190 gegründeten Ritterordens. Prunk und Pracht wurden vollends augenscheinlich, als ab 1708 mittelalterliche Gebäude und ein repräsentativer Renaissancebau der heutigen Schlossanlage weichen mussten und die spätgotische Schlosskirche barockisiert wurde.

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Kannenbaum statt Tannenbaum

Kannenbaum in der Altstadt von Überlingen. | Foto: B. Schneider

Wäre jetzt kein Regen gekommen, hätten wir Gärten und Felder wohl tüchtig bewässern müssen. Mancherorts hängen Hunderte farbenfrohe Gießkannen in den Bäumen bereit. Diese Aufnahme entstand außerhalb von Franken – in Überlingen am Bodensee. Hier hätte 2020 die baden-württembergische Landesgartenschau stattfinden sollen. Corona-bedingt ist sie vorerst um ein Jahr verschoben. 

| Foto: B. Schneider

Kartoffelchips eine Erfindung der Wiesthaler Ölmüller?!

Um Pfingsten herum lädt der Wiesthaler Mühlenverein für gewöhnlich zu einem Backofen- und Mühlenfest ein. Die Infektionsschutzbestimmungen lassen dies heuer freilich nicht zu, wenngleich rund um die Ruhmühle am Aubach reichlich Platz wäre – aber eben nicht im Mühlengebäude selbst, um die uralte Technik mit ausreichend Abstand zu anderen Interessierten zu besichtigen. 

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