Lengfurter halten den heiligen Sebastian in Ehren

Fähnrich Rüdiger Schreck schwingt die Standarte des Sebastiani-Vereins zu den Klängen der Musikkapelle Lengfurt unter der Leitung von Anton Baumeister. | Foto: B. Schneider

Dem heiligen Sebastian gedenkt die katholische Kirche am 20. Januar. Als Hauptmann der Prätorianergarde soll er um 288 den Märtyrertod gestorben sein, weil er notleidenden Menschen half und sich schließlich auch gegenüber dem römischen Kaiser Diokletian zum christlichen Glauben bekannte. Numidische Bogenschützen sollten ihn hinrichten. Er überlebte. Letztlich wurde er im Zirkus mit Keulen erschlagen und in den großen städtischen Abflussgraben geworfen. Er gilt als Schutzpatron vieler Berufsgruppen, unter anderem der Soldaten und Büchsenmacher. Angerufen als Fürsprecher bei Gott wird er vor allem bei Seuchengefahr. Dies taten auch die Bewohner von Lengfurt bei Marktheidenfeld im Pestjahr 1632. Seither feiern sie dem Heiligen zu Ehren jährlich ein mehrtägiges Fest. Seit 1866 zeichnet dafür ein eigens gegründeter Sebastiani-Verein verantwortlich. In jenem Jahr gab es in Lengfurt aufgrund der Cholera etliche Tote zu beklagen. Nur von 1943 bis 1950 musste das Sebastiani-Fest in Lengfurt kriegsbedingt ausfallen. Nachdem die Waffen funktionsuntüchtig gemacht waren, erlaubte die amerikanische Besatzungsmacht, dass die Sebastiani-Verehrer weiterhin ihr jahrhundertealtes Brauchtum pflegen. Zu den Höhepunkten der Feierlichkeiten gehören natürlich Gottesdienste, aber auch das Exerzieren der fast 80-köpfigen Sebastiani-Wehr.

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Nach Mariabuchen in der Christnacht

Verschneites Buchental. | Foto: Paul Brey

Die Erlenbacher Höfe oberhalb des Buchentals waren die Heimat des Schriftstellers Hermann Sendelbach. Hier, inzwischen ein Ortsteil von Karlstadt, kam er vor 125 Jahren zur Welt. Sein „erster Mettegang“ als „Kind zwischen Wäldern“ grub sich in sein Gedächtnis ein. Ziel war Mariabuchen. 

Den Zauber jener Nacht hielt Hermann Sendelbach in einer beeindruckenden Erzählung fest. Die Strecke, die er damals in froher Erwartung bei Schnee und Sternenlicht mit flinken Beinchen zurücklegte, ist heute ein beliebter Abschnitt des fränkischen Marienwegs und eines europäischen Kulturwegs. Insgesamt sieben historische Mühlen säumen diesen Buchentalweg zwischen Steinfeld und Steinbach. Ein Sandsteinfindling mit Metalltafel erinnert an Hermann Sendelbach, der zwar erst elfjährig nach dem Tuberkulosetod der Mutter den heimischen Weiler verlassen musste, aber in seinem literarischen Werk immer wieder hierhin zurückkehrte. Zuweilen auch in Wirklichkeit.

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Miltenberger Michaelismesse einen Monat vor Michaeli

In Miltenberg ist Michaelismesse – noch bis 1.9.2019. Sie endet mit einem verkaufsoffenen Sonntag von 10 bis 18 Uhr und dann um 21 Uhr mit einen Höhenfeuerwerk zwischen Spessart und Odenwald. Das größte Volksfest am bayerischen Untermain bietet an der Uferpromenade Marktstände und Rummelplatz sowie Bierzelt und Weindorf. Beim Bummel übers Gelädne mischen sich die Düfte von Bratwürsten und schokolierten Früchten, von Steckerlfischen und Crepes, …

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FreiLandFest an Bartholomäus in Fladungen

Rhön-Zügle - Zubringer zum Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. | Foto: B. Schneider

Wer zumFreiLandFest im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen an diesem Wochenende (24./25.8.2019) besonders romantisch anreisen möchte, nimmt ab Mellrichstadt das Rhön-Zügle durchs Streutal. Vor Ort gibt’s an beiden Tagen zwischen 10 und 18 Uhr Theater- und Handwerkervorführungen, Livemusik sowie kulinarische Spezialitäten mit frischen Produkten von Direktvermarktern; auch das Backhaus aus Oberbernhards ist in Betrieb. Das Museumsfest fällt zusammen mit dem Patrozinium der Museumskirche St. Bartholomäus aus Leutershausen.

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Söder von Soeder

Den 555. Schneewittchen-Glas- und Krugdeckel überreichten Julius und Bärbel Gabel an Gerald Enzmann. | Foto: B. Schneider

Der 555. Schneewittchen-Glas- und Krugdeckel ist vergeben. Ministerpräsident Markus Söder hatte ihn kurz nach dem Verkaufsstart für diesen praktischen Insektenschutz im vergangenen Jahr bei seinem Besuch in Lohr signiert. Im Haushaltswarenfachgeschäft Soeder in der Lohrer Turmstraße hat ihn jetzt Inhaber Julius Gabel (links im Bild) gemeinsam mit seiner Frau Bärbel an Gerald Enzmann überreicht. Dieser kaufte zwei dieser multifunktionalen Buchenholzdeckel mit dem offiziellen Lohrer Stadtmotiv als Geschenk zur goldenen Hochzeit seiner Eltern Jutta und Rüdiger. Für ihn überraschend bekam er einen dritten kostenlos dazu – einen, der die Unterschrift von Bayerns jungem Landesvater trägt. Die besondere Trophäe für Autogrammjäger wollte der Sohn des Jubelpaars nicht für sich behalten, weil der Senior sich darüber „bestimmt freut wie ein Schnitzel“.

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Besucherstrom bei der 1250-Jahr-Feier in Neustadt am Main

Wahrscheinlich 769 hat der zurückgetretene zweite Würzburger Bischof Megingaud mit seinen Gefährten in Neustadt am Main ein Benediktinerkloster gegründet, das er unter kaiserlichen Schutz stellte. Die Abtei erlangte Bedeutung im ganzen Frankenreich. Doch im Zuge der Säkularisation wurde sie 1803 aufgelöst; die Mönche mussten den Ort verlassen. Seit 1909 führen jedoch Missionsdominikanerinnen die klösterliche Tradition in Neustadt fort. Jetzt zum 1250. Jubiläum engagierten sich nicht nur die Ordensfrauen, sondern nahezu alle Einwohner. Sie boten ihren Gästen allerbeste Information und Unterhaltung. Bürgermeister Stephan Morgenroth schätzt die Besucherzahl am vergangenen Samstag auf rund 5.000 und für den Sonntag mehr als doppelt so hoch. Nachfolgend einige mit der Kamera eingefangene Schlaglichter:

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Wegweiser zu den 111 besten fränkischen Bieren

Wegweiser zu den besten fränkischen Bieren. | Foto: B. Schneider

Anstelle des christlichen Feiertags Christi Himmelfahrt (in Bayern auch „Auffahrt des Herrn“ genannt) feiern viele Männer Vatertag – egal ob sie Nachwuchs gezeugt haben oder nicht. Zu Anlässen wie diesen haben Sie reichlich Gerstensaft im Gepäck oder – zumindest in Franken – das Nachschlagwerk aus dem Emons-Verlag als Wegweiser zu den besten 111 fränkischen Bieren, die „man“ getrunken haben muss. 

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50 Jahre Wallfahrtswerk Mariabuchen

Zuweilen wird gelästert, der Priester wäre glücklich, wenn so viele Menschen in seine Gottesdienste kämen wie in die Konzerte seines Kantors. Beim einen wie beim anderen Anlass sind hingegen die Bankreihen dicht besetzt in der Wallfahrtskirche Mariabuchen zwischen Steinfeld und Steinbach bei Lohr am Main. Gebet und Musik locken zahlreiche Anhänger Mariens ins Buchental. Die sind, wie man heute sagt, hervorragend vernetzt. Ehe manche Mannschaften der Fußballbundesliga begannen, ihre treuesten Zuschauer in Fanclubs zu scharen und sie mit besonderen Benefits an sich zu binden, hatten die Förderer von Mariabuchen dieses Modell längst umgesetzt unter der Bezeichnung Wallfahrtswerk. Eine bayernweit einmalige 50-jährige Erfolgsgeschichte!

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Von Flandern nach Franken: Die Grafen von Loon und Rieneck

Spuren aus 1000 Jahren

War’s Liebe? Oder hatte ein gewisser Arnold von Loon (im heutigen Belgien) ganz einfach machtpolitische Überlegungen angestellt, als er Anfang des 12. Jahrhunderts die namentlich nicht bekannte Tochter des Grafen Gerhard von Rieneck, Stadtherr in Lohr und Burgvogt am Hof des Fürstbischofs von Mainz, ehelichte?

Arnold gewann Land nicht mit dem Schwert, sondern indem er in ein bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht einheiratete. Dessen Macht, Einfluss und Besitz vor allem im Spessart und Tauberfranken wuchsen in den folgenden Jahrhunderten kräftig weiter. Eine Vielzahl von Städten und Gemeinden tragen die Farben Loons beziehungsweise Rienecks im Wappen.

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