Beeindruckendes Gesamtwerk des zu früh aus dem Leben gerissenen Roland Schaller

Dem Zeichner, Maler und zuletzt vermehrt bildhauerisch tätigen Roland Schaller ist derzeit eine Ausstellung in der Alten Turnhalle in Lohr a. Main gewidmet. „Zum Schluss“ bedeutet, dass der international anerkannte Künstler nicht mehr lebt: Anfang November 2021 ist er bei einem Verkehrsunfall gestorben.

Im Jahr zuvor hatte Roland Schaller seiner Heimatstadt Lohr aus Anlass seines 75. Geburtstags die Bronzeplastik „Mopper und Schnüdel“ geschenkt. Sie zeigt einen Lohrer Ureinwohner und einen Zugereisten samt Mops (Hund). Die Gruppe steht vor dem Neuen Rathaus am Schlossplatz.

In Zusammenarbeit mit der von Roland Schaller mitgegründeten Künstlergruppe SpessART und mit Unterstützung der Stadt Lohr gibt die Familie Schaller nun zwei Wochen lang einen Blick frei auf die höchst vielseitige, rastlose, humorvolle Person und auf deren Schaffen. Malerei, Zeichnung, Karikatur, Assemblage, Radierung und Plastik waren Schallers bevorzugte Ausdrucksmittel. In einer Beschreibung heißt es: „In der Malerei transformierte er die Eindrücke seiner Reisen in ästhetische Bildkompositionen, während er in seinen Zeichnungen den Menschen in seiner Zerrissenheit und Verletzlichkeit in den Mittelpunkt stellte.“ Zuletzt setzte er eine Serie von Baummotiven in Szene.

Bürgermeister Dr. Mario Paul meinte, Roland Schaller habe jeden Strich mit Akribie gezogen und dabei immer aufs große Ganze geschaut. Wolfgang Weismantel, der wie Roland Schaller früher am Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium Lohr unterrichtete, porträtierte seinen Lehrerkollegen mit geschliffenen Worten, sodass zahlreiche Anwesende bemerkten: „Genau so war er.“

Weismantel erläuterte, dass Schaller nie direkt vor dem Objekt gearbeitet habe. Vielmehr habe er stets verschiedene Aspekte in seine Werke einfließen lassen. Ihm sei wichtig gewesen, sich an vielen Stätten auf der Welt der Kritik eines sachkundigen Publikums zu stellen: „Nie ist er dem Lob und dem Zeitgeist erlegen.“


Geöffnet ist die Retrospektive in der Gärtnerstraße 2 bis 15. Mai 2022 freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am vorletzten Abend findet ab 19 Uhr in der Alten Turnhalle ein Konzert statt mit dem Titel „Highlights of Les Philous“. Bei der Vernissage spielte Künstlerfreund Werner Kiesel bewegende Stücke am Flügel.

| Fotos: B. Schneider

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