300 Jahre Residenz Ellingen

In Ellingen im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen residierte von 1216 bis 1789 der Landkomtur der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Franken war die größte und reichste der 13 Provinzen des anlässlich des dritten Kreuzzugs um 1190 gegründeten Ritterordens. Prunk und Pracht wurden vollends augenscheinlich, als ab 1708 mittelalterliche Gebäude und ein repräsentativer Renaissancebau der heutigen Schlossanlage weichen mussten und die spätgotische Schlosskirche barockisiert wurde.

Der riesige Hauptbau entstand von 1718 bis 1720 unter dem Architekten Franz Keller, sodass heuer das Jubiläum 300 Jahre Residenz Ellingen begangen werden kann. Von der Innenausstattung sind Deckengemälde, Wandvertäfelungen, Fußboden und vor allem Stuckaturen von Franz Joseph Roth erhalten.

Aber auch der nächste dauerhafte Besitzer hinterließ seine Spuren im besten Sinne unter anderem mit kostbaren Seiden- und Papiertapeten sowie Möbeln, Gläsern und Bronzen: Nach der Säkularisation hatte der bayerische König Max I. Joseph 1815 das Ellinger Schloss seinem in den napoleonischen Kriegen hochverdienten Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede übergeben.

1939 kaufte der Freistaat Bayern das Anwesen mit Reithalle und Park von der Fürstenfamilie. Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen hat es nun in ihrer Obhut. Gäste sind täglich außer montags willkommen – im September noch von 9 bis 18 Uhr, von Oktober bis März dann von 10 bis 16 Uhr.

Die von Wredes betreiben auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Brauerei „Fürst Carl“ mit einem Biersortiment, das kaum Wünsche offen lässt.

| Fotos: B. Schneider

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