Mistel – Schmarotzer und Allheilmittel

Jetzt, wenn die Bäume kahl sind, wird sichtbar, wie weit verbreitet Misteln sind. Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) ist eine Pflanzenart in der Familie der Sandelholzgewächse. Sie macht sich wie ein Kuckuckskind in einem fremden Nest breit. Sie wächst vielverzweigt in Kugelform, saugt Wasser und Nährstoffe aus ihrem Wirtsbaum. Sie ist ein Schmarotzer, hat aber etwas Geheimnisvolles.

Von Misteln richtiggehend „gemolken” wird dieser Baum am Lohrer Kaibach. | Foto: B. Schneider
Von Misteln richtiggehend „gemolken” wird dieser Baum am Lohrer Kaibach. | Foto: B. Schneider

Miraculix, der Druide im Dorf der gallischen Abenteurer Asterix und Obelix, klettert in der weltbekannten Comicserie mit seiner goldenen Sichel in Baumkronen, um Misteln zu schneiden für seinen Zaubertrank, der übermenschliche Kräfte verleiht und unbesiegbar macht. Beim Ernten der Misteln dürfen diese nicht zu Boden fallen, damit sie ihre Wirkung nicht einbüßen.

In Deutschland sind Misteln geschützt und dürfen nicht gesammelt werden. In der modernen Pflanzenheilkunde werden ihre Wirkstoffe eingesetzt gegen Bluthochdruck und Krebs. Misteln gelten als Allheilmittel: beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, Verdauung und Stoffwechsel steigernd. Vor allem die Beeren sind jedoch leicht giftig.

Liebespaare, die sich unter Misteln küssen, sollen miteinander ein Leben lang glücklich sein. Liebende sind alle Jahre am Valentinstag (14. Februar) in Lohr a. Main zur Segnung in die Valentinuskapelle auf dem Valentinusberg eingeladen. In den Wipfeln der Bäume rundherum sitzen jede Menge Misteln.

In der Valentinuskapelle - umstanden von zahlreichen „Mistelbäumen” - auf dem Lohrer Valentinusberg findet stets am Valentinstag ein Gottesdienst für die Liebenden statt. | Foto: B. Schneider
In der Valentinuskapelle – umstanden von zahlreichen „Mistelbäumen” – auf dem Lohrer Valentinusberg findet stets am Valentinstag ein Gottesdienst für die Liebenden statt. | Foto: B. Schneider

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