Stationenweg als Ersatz für die Karfreitagsprozession

Die Lohrer Karfreitagsprozession, die normalerweise von Tausenden Menschen aus der weiten Umgebung an den Straßenrändern verfolgt wird, fällt auch im dritten Jahr der Corona-Pandemie aus. „Sicherheit geht vor!“, haben die Verantwortlichen der Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart und des sich für den Erhalt der seit rund 400 Jahren stattfindenden Glaubensdemonstration einsetzenden Fördervereins entschieden.

Verschiedene Berufsgruppen betreuen die jeweils zu ihnen passenden Passionsszenen, beispielsweise die Bäcker und Gastwirte das letzte Abendmahl und das Baugewerbe mit Maurern und Zimmerleuten die Kreuzigung. Wer sich ihnen zugehörig fühlt, hilft mit, die lebensgroßen, in der Regel etwa drei Zentner schweren Holzfiguren am Todestag Jesu in einem stillen Zug durch die Altstadt von Lohr a. Main zu tragen. Die Obleute äußerten sich mehrheitlich skeptisch in Bezug auf die aktuelle Infektionsgefahr bei einer Großveranstaltung.

Aber wie schon im Vorjahr sollen die Gläubigen die Gelegenheit erhalten, einzeln oder in kleinen Gruppen die Erlösungstat Christi durch sein Leiden und Sterben eindrucksvoll nachvollziehen zu können. Mit Unterstützung von Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz werden die Figuren deshalb in Kirchen und anderen öffentlichen Räumen im Lohrer Talkessel vom 2. April bis Karsamstag (16. April) aufgestellt, sodass jede und jeder einen persönlichen Kreuzweg gehen kann. Dafür wird laut Stadtpfarrer Sven Johannsen an allen Stationen ein Begleitheft mit Impulsen für die Betrachtung ausliegen.

| Fotos: B. Schneider

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