Baubeginn für die Würzburger Residenz vor 300 Jahren

Am 22. Mai 1720, vor 300 Jahren, begann der Bau der Würzburger Residenz. Prompt titelte die Regionalzeitung Main-Post: „Happy Birthday, Residenz!“ Ziemlich daneben: Wenn man die Entstehung eines Gebäudes mit der eines Lebewesens vergleichen möchte, dann ist die Grundsteinlegung sicher nicht die Geburt, sondern wohl eher die Empfängnis. Im Falles des Barockschlosses, das den Fürstbischöfen des Hochstifts Würzburg zur Repräsentation und als Machtzentrale dienen sollte, dauerte die Schwangerschaft Jahrzehnte. 

1744 stand zwar das Bauwerk mit seiner 167 Meter langen Gartenfront; selbst auf den Schmalseiten misst es immerhin 97 Meter. Aber die Innenausstattung der rund 300 Räume war letztlich erst 1781 fertiggestellt. Napoleon soll die fürstbischöfliche Residenz als „schönsten Pfarrhof Europas” bezeichnet haben. 1981 verlieh die UNESCO dem Prachtbau den Status „Weltkulturerbe der Menschheit”, nachdem er bei der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 ausgebrannt und von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung in neuen Glanz versetzt worden war. Die Residenz beziehungsweise ihr riesiges freitragendes Treppenhaus und ihr genialer Baumeister Balthasar Neumann zierten die letzte Version des 50-DMark-Scheins – im Umlauf von 1991 bis zum Beginn des Euro-Zeitalters am 1. Januar 2002. Wer erinnert sich?

| Foto: B. Schneider

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