Weide und nicht Hundeklo

Weide und nicht Hundeklo an der Schleuse Steinbach. | Foto: B. Schneider

Der Mai gilt bei uns als Wonnemonat. Dies leitet sich von dem altdeutschen Wort winnimanod ab; es bedeutet Weidemonat. – Jetzt werden die Tiere überall nach draußen gebracht. Aber nicht auf allen Wiesen schmeckt es ihnen …

Der Karpfen fehlt vier Monate lang auf dem Speiseplan

Genau noch eine Woche dauert in Franken die Karpfensaison. Dann folgen vier Monate ohne „r“, in denen die Teichbewohner nicht um ihr Leben fürchten brauchen – abgesehen von den gefiederten Räubern mit spitzem Schnabel, die sie das ganze Jahr über auf dem Speiseplan stehen haben. Dass wir Menschen mit dem Verzehr vieler Süßwasserfische im Sommer aussetzen, geht auf eine alte Hygienevorschrift zurück, die eingeführt wurde, als noch keine moderne Kühltechnik entwickelt war: Bei heißen Temperaturen sollten die Tiere weder lebend noch geschlachtet transportiert werden. 

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Nachhaltige Natur und Kultur im Steigerwald: Wald- und Weinbau in Ebrach und Handthal

Pflatzhirsch Leopold im Rot- und Rehwildgehege am Baumwipfelpfad Steigerwald. | Foto: B. Schneider

Das stattliche Geweih signalisiert: Hier bin ich der Chef – und zwar im Rot- und Rehwildgehege am Baumwipfelpfad Steigerwald auf dem Radstein bei Ebrach. Genüsslich kann Platzhirsch Leopold mit der Zunge schnalzen, denn er ist immer der Erste am Trog, wenn die Besucher das zuvor erworbene Futter eine Rutsche herunterrieseln lassen.


Höhepunkt der Freizeitanlage nahe der B 22 oberhalb des durch sein ehemaliges Zisterzienserkloster bekannten und anerkannten Erholungsorts ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Aussichtsturm, der sich um eine Buche auf 42 Meter hinaufwindet. Der gesamte Baumwipfelpfad erstreckt sich am Naturschutzgebiet Spitzenberg über fast 1,2 Kilometer – errichtet beziehungsweise fertig gestellt im März 2016. In den Schlagzeilen ist er aktuell nicht nur wegen den zahlreichen Sonderaktionen zum dreijährigen Bestehen, sondern auch wegen eines Schädlingsbefalls. Der Spaltblättling, ein Holz zerstörender Pilz, ist an den Stützen und Querstreben festgestellt worden.

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Wann kommt der Osterhase und welche Eier bringt er?

Die „Fehlpressung“ eines fränkischen Hühnereis. | Foto: B. Schneider

Ehrlich: Das ist ein Hühnerei! Es schaut zwar aus wie ein grob behauener Stein, aber es ist ein zerbrechliches Etwas – mit ganz normalem gelbem Dotter darin.

Gelegt hat dieses Ei eine Henne in einem Dorf auf der Fränkischen Platte. Ziemlich geplagt hat sie sich dabei. So geht es ihr öfter. Denn das ist nicht das erste von ihr produzierte, leicht zerknittert wirkende Gebilde – und es ist wahrscheinlich auch nicht das letzte.

Als prächtiges Osterei scheidet es jedenfalls aus. Eine solche Fehlpressung kommt uns nicht ins Nest.

Haben Sie Ihre Eier schon gefärbt oder gar kunstvoll bepinselt? Für welchen Termin treffen Sie Vorbereitungen? Die ewige Streitfrage in Franken: Wann kommt der Osterhase? In der Osternacht oder – wie vor allem in vielen Landgemeinden – schon am Abend zum Gründonnerstag, damit die Kinder mithilfe der hart gekochten Hühnereier ohne Hungergefühl über die wurst- und fleischfreien Kartage kommen. Schokoladeneier und -hasen müssen sie sich für nach der Fastenzeit aufheben; eine echte Prüfung …

Bier fürs Museumsfest am 30. Juni 2019 in Fladungen bereits eingebraut

Bayerische Bierkönigin Johanna Seiler. | Foto: B. Schneider

Bayerns Bierkönigin Johanna Seiler aus dem nördlichen Donau-Ries war Ehrengast beim Brautag 2019 im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen (Lkr. Rhön-Grabfeld). In der historischen Anlage aus der Gemeinde Alsleben westlich von Bad Königshofen kochte die erfahrene Braumannschaft des Museums um Klaus-Dieter Spiegel und Joachim Werner die beim Einmaischen gewonnene, sogenannte Würze aus. Anschließend kam der dampfende Sud aufs Kühlschiff Nun dürfen die rund 30 Hektoliter einige Wochen reifen, ehe sie in Fässer und Literflaschen abgefüllt werden. Beim Museumsfest in Fladungen wird das Hausbraubier am 30. Juni 2019 erstmals ausgeschenkt.

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Ein Ordensmann weist den Weg

Schneegestöber an der Wallfahrtskirche von Kälberau zeugt davon, dass die Kirchenpatronin zur Recht Maria zum rauen Wind genannt wird. | Foto: B. Schneider

Es war ein Fasttag, als wir uns kennenlernten. Trotzdem oder gerade deshalb merkte ich schnell: Der Mann versteht zu genießen mit Augen und Ohren, Nase und Gaumen – in Maßen; jedenfalls muss sein Habit nichts kaschieren. 

In den vergangenen zwölf Jahren war er nach Rom in die Leitung seines Ordens berufen und von dort immer wieder weltweit unterwegs. Wenn ihm allerdings jemand fränkische (Brat-)Würste brachte, ging ihm das Herz auf. Die schmecken nach Heimat und nach wunderbaren Erinnerungen.

Seine Wurzeln hat der Frater in Kahl am Main. Er ist sich bewusst, dass sich bei jedem seiner seltenen Besuche der Kahlgrund etwas mehr gewandelt hat. Konstanten sind für ihn unter anderem die Wallfahrtskirche in Kälberau sowie der von hier gut zu erreichende Ludwigsturm auf dem Hahnenkamm, dem Alzenauer Hausberg. Er nennt ferner die Lourdesgrotte in Hohl, wo die Menschen der ganzen Umgebung im Mai zu Ehren der heilbringenden Gottesmutter ein Fest mit Lichterprozession, Kreuzwegandacht und Hochamt feiern. Schöllkrippen gilt ihm als eine der schönsten Gemeinden im Tal der Kahl. Wenn die Sonne sengt, bietet das Blätterdach im Wiesener Forst Schatten bei Wanderungen rund um die beiden Quellen des Spessartflüsschens, das sein Wasser an den mit 102 Metern über Normalnull tiefsten Punkt Bayerns schafft. Vor der Heimkehr gönnt der Ordensmann sich gerne noch in Kleinkahl bei der „Käslies“ einen Handkäs; ein Klacks Sauerrahm macht diesen besonders. – Gute Empfehlungen?            bs

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Faschingskrapfen am liebsten mit Hiffenmarkfüllung

Hiffemarkkrapfen | Foto: B. Schneider

Lustig ist die Fasenacht, wenn die Mutter Krapfen backt! – So geht ein alter Kinderreim. Krapfen, Kräppel, Berliner (oder wie die Kalorienbomben sonst noch genannt werden) sind so sehr gefragt wie nie zuvor – und das nicht nur an Fasching beziehungsweise Karneval. Die Bäcker kommen vielerorts mit der Produktion nicht hinterher. Ziemlich verrückt: Während es immer als übler Scherz galt, ins Schmalzgebäck eine Ladung Senf zu spritzen, kennen die Geschmacksverirrungen aktuell kaum Grenzen; ein absoluter Renner dieser Fastnachtssession ist der mit Leberkäse belegte Hefeklops. In Franken schwören die Leckermäuler allerdings auf die traditionelle Füllung mit dem echten Maintal-Hiffenmark. Und natürlich selbstgemacht.

Künstler Roland Schaller möchte Mopper & Schnüdel ein Denkmal setzen

Mopper & Schnüdel in einer Darstellung des Lohrer Künstlers Roland Schaller. | Foto: B. Schneider

Mopper & Schnüdel – die beiden Begriffe stehen in der Spessartstadt Lohr a. Main für hier Geborene und für Zugezogene. Erstere konnten, seit im Jahr 2004 der Kreistag Main-Spessart entschied, die Entbindungsstation im Lohrer Krankenhaus zu schließen, nur noch durch Hausgeburten dazukommen. Jedenfalls schrumpft die Zahl der echten Mopper besorgniserregend – einmal abgesehen davon, dass sich die Faschingsgruppe der Kolpingsfamilie Lohr „Die Mopper“ nennt und deren Auflösung nicht zu erwarten ist.

Roland Schaller, der in Lohr daheim ist und als Kunstschaffender schon manchen internationalen Erfolg verbuchen konnte, versucht gerade, das Ratsgremium seiner Heimatstadt zu überzeugen, Mopper & Schnüdel im Stadtbild sichtbar werden, also seinen Entwurf einer entsprechenden Skulptur in Bronze umsetzen zu lassen. Die von ihm modellierten Figuren machen deutlich, dass die Spitznamen für die unterschiedlichen Bewohner Lohrs sich ableiten von der in den Dickdarm gefüllten Griebenblutwurst (Mopper), die auf beiden Seiten verschnürt wird (Schnüdel); dem Hund bleibt immerhin noch der Wurstzipfel.

Wer den Künstler in seinem Vorhaben bestärken möchte, kann ihm Unterstützung zusichern unter info@roland-schaller.de. | Foto: B. Schneider

Ein Neujahrsbrezel so groß wie ein Scheuerntor …

Butterbrezel gibt es im ganzen Untermaingebiet traditionell an Neujahr. | Foto: B. Schneider

Im Raum Lohr und im ganzen Untermaingebiet – also im Mainviereck – ist es guter Brauch , am Neujahrstag mit der ganzen Familie ein Butterbrezel zu essen . „Das” Brezel hat nichts gemein mit „der” bayerischen Laugenbreze oder Salzbreze – noch nicht einmal die Form; es ist eigentlich ein Ring. 
Wichtig ist, das Schloss – den Knoten – nicht mit dem Messer zu zerschneiden, sondern aufzureißen. Das soll Glück bringen. 
Das von Butter triefende Gebäck ist das traditionelle Geschenk an die Kinder ; wenn sie ihre Paten besuchen, wünschen Sie diesen „ein gutes neues Johr” und sich „ein Brezel so groß wie ein Scheuerntor ”.

Bei den „Lohrer Leckereien” , einer Genussführung durch die Spessartstadt , wird das Neujahrsbrezel das ganze Jahr über serviert. Es schmeckt immer und am besten zu Sekt .