Hoher Lernfaktor bei niedrigen Türstöcken

Fränkisches Freilandmuseum Fladungen vermittelt viel nützliches Wissen

Aufgemerkt! Der „Lehrstoff“ im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen hilft, sein Leben nachhaltig auszurichten. Nicht nur diejenigen in „Erziehungs- und Ernährungsmanagement“ sowie in Industrie und Handwerk entdecken in und um die gleichermaßen originalen wie originellen Hofstellen und Gemeindebauten aus dem 17. bis 20. Jahrhundert Nützliches für ihren Alltag. Verbunden mit einer schmerzhaften Erfahrung merkt man sich Manches vielleicht besser, aber hochgewachsene Besucher mögen landessprachlich gewarnt sein: „Da muss mer sich frei bück weche de niedriche Dürstöck in derre alde Häuser. Aufgemerkt!“

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Von Flandern nach Franken: Die Grafen von Loon und Rieneck

Spuren aus 1000 Jahren

War’s Liebe? Oder hatte ein gewisser Arnold von Loon (im heutigen Belgien) ganz einfach machtpolitische Überlegungen angestellt, als er Anfang des 12. Jahrhunderts die namentlich nicht bekannte Tochter des Grafen Gerhard von Rieneck, Stadtherr in Lohr und Burgvogt am Hof des Fürstbischofs von Mainz, ehelichte?

Arnold gewann Land nicht mit dem Schwert, sondern indem er in ein bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht einheiratete. Dessen Macht, Einfluss und Besitz vor allem im Spessart und Tauberfranken wuchsen in den folgenden Jahrhunderten kräftig weiter. Eine Vielzahl von Städten und Gemeinden tragen die Farben Loons beziehungsweise Rienecks im Wappen.

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Gartenfestivals in allen Teilen Frankens

Alzenau - vom ehemaligen Landesgartenschaugelände aus betrachtet. | Foto: B. Schneider

Pflanzenmarkt am heutigen Muttertagssonntag, 12. Mai 2019, in Alzenau (Lkr. Aschaffenburg). Über 50 Aussteller beziehungsweise Händler boten ihre teilweise selbst gezogene oder selbst gefertigte Ware auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau feil. Das Schöne an diesem Fest für Kunst- und Gartenfreunde ist, dass die Besucher keinen Eintritt zahlen brauchen. Die kamen bei strahlendem Sonnenschein zahlreich, zumal die Geschäfte in der ganzen Stadt anlässlich des Frühlingsfests verkaufsoffen waren. – In den nächsten Wochen werden landauf und landab noch viele Gartenfestival s folgen, unter Umständen auch mehrere am gleichen Wochenende wie zum Beispiel am 15./16. Juni 2019 die Rosen- und Gartenmesse in Königsberg (Lkr. Haßberge) sowie die Kunst- und Gartenmesse in Arnstein (Lkr. Main-Spessart). | Fotos: B. Schneider

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„Gunter Sachs – Kamerakunst“ noch bis Mitte Juni in der Schweinfurter Kunsthalle

Der Todestag von Gunter Sachs hat sich gerade zum achten Mal gejährt. Der 1932 auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt geborene Industriellensohn (Eltern: Elinor von Opel und Willy Sachs) setzte 78-jährig am 6.5.2011 aufgrund einer „ausweglosen Krankheit“ seinem Leben selbst ein Ende. Er war es schließlich gewohnt, die Kontrolle zu haben und auf der Sonnenseite zu stehen. Dass er allerdings viel mehr vermochte, als Playboy zu sein, ist noch bis 16.6.2019 in einer bemerkenswerten Sonderausstellung mit dem Titel „Gunter Sachs – Kamerakunst“ in der Schweinfurter Kunsthalle , dem ehemaligen Ernst-Sachs-Bad, zu sehen. Der Eintrittspreis von 9 € lockt jedoch nicht unbedingt die Massen.

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Nach Kirchenrenovierung in Rengersbrunn festlicher Start ins Wallfahrtsjahr

Frisch renovierte Wallfahrtskirche von Rengersbrunn. Das Gotteshaus wurde 1777 errichtet. | Foto: B. Schneider

Die Wallfahrtskirche „Mariä Geburt” in Rengersbrunn (Lkr. Main-Spessart) ist in den zurückliegenden acht Monaten außen aufwendig saniert worden. Rund 400.000 € mussten investiert werden. Den Abschluss der Arbeiten feiern die Gläubigen am 1. Mai mit einem von Dr. Jürgen Lenssen, dem ehemaligen Kunstreferenten der Diözese Würzburg, zelebrierten Hochamt um 10:30 Uhr und eröffnen zugleich das Wallfahrtsjahr 2019. Ein Stehempfang mit Unterhaltung durch die Blaskapelle Wohnrod schließt sich an.

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Wann kommt der Osterhase und welche Eier bringt er?

Die „Fehlpressung“ eines fränkischen Hühnereis. | Foto: B. Schneider

Ehrlich: Das ist ein Hühnerei! Es schaut zwar aus wie ein grob behauener Stein, aber es ist ein zerbrechliches Etwas – mit ganz normalem gelbem Dotter darin.

Gelegt hat dieses Ei eine Henne in einem Dorf auf der Fränkischen Platte. Ziemlich geplagt hat sie sich dabei. So geht es ihr öfter. Denn das ist nicht das erste von ihr produzierte, leicht zerknittert wirkende Gebilde – und es ist wahrscheinlich auch nicht das letzte.

Als prächtiges Osterei scheidet es jedenfalls aus. Eine solche Fehlpressung kommt uns nicht ins Nest.

Haben Sie Ihre Eier schon gefärbt oder gar kunstvoll bepinselt? Für welchen Termin treffen Sie Vorbereitungen? Die ewige Streitfrage in Franken: Wann kommt der Osterhase? In der Osternacht oder – wie vor allem in vielen Landgemeinden – schon am Abend zum Gründonnerstag, damit die Kinder mithilfe der hart gekochten Hühnereier ohne Hungergefühl über die wurst- und fleischfreien Kartage kommen. Schokoladeneier und -hasen müssen sie sich für nach der Fastenzeit aufheben; eine echte Prüfung …

Hochwasser bringt Schneewittchen in Bedrängnis

Schneewittchen auf der Kaibach-Terrasse in Lohr. | Foto: B. Schneider

Schneewittchen bekommt kalte Füße – nicht weil die böse Stiefmutter nach drei Attentaten mit Gürtel, Kamm und Apfel gar noch ein viertes verüben würde. Vielmehr haben die Regenfälle vom Wochenende (16./17.3.2019) die  Flüsschen im Spessart anschwellen lassen. So auch den Kaibach, wie der Rechtenbach ab der Lohrer Stadtgrenze heißt. (In Franken wechseln Bäche im Übrigen auch ihr Geschlecht; der Volksmund bezeichnet den Kaibach als „die“ Käbich.)

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Ein Ordensmann weist den Weg

Schneegestöber an der Wallfahrtskirche von Kälberau zeugt davon, dass die Kirchenpatronin zur Recht Maria zum rauen Wind genannt wird. | Foto: B. Schneider

Es war ein Fasttag, als wir uns kennenlernten. Trotzdem oder gerade deshalb merkte ich schnell: Der Mann versteht zu genießen mit Augen und Ohren, Nase und Gaumen – in Maßen; jedenfalls muss sein Habit nichts kaschieren. 

In den vergangenen zwölf Jahren war er nach Rom in die Leitung seines Ordens berufen und von dort immer wieder weltweit unterwegs. Wenn ihm allerdings jemand fränkische (Brat-)Würste brachte, ging ihm das Herz auf. Die schmecken nach Heimat und nach wunderbaren Erinnerungen.

Seine Wurzeln hat der Frater in Kahl am Main. Er ist sich bewusst, dass sich bei jedem seiner seltenen Besuche der Kahlgrund etwas mehr gewandelt hat. Konstanten sind für ihn unter anderem die Wallfahrtskirche in Kälberau sowie der von hier gut zu erreichende Ludwigsturm auf dem Hahnenkamm, dem Alzenauer Hausberg. Er nennt ferner die Lourdesgrotte in Hohl, wo die Menschen der ganzen Umgebung im Mai zu Ehren der heilbringenden Gottesmutter ein Fest mit Lichterprozession, Kreuzwegandacht und Hochamt feiern. Schöllkrippen gilt ihm als eine der schönsten Gemeinden im Tal der Kahl. Wenn die Sonne sengt, bietet das Blätterdach im Wiesener Forst Schatten bei Wanderungen rund um die beiden Quellen des Spessartflüsschens, das sein Wasser an den mit 102 Metern über Normalnull tiefsten Punkt Bayerns schafft. Vor der Heimkehr gönnt der Ordensmann sich gerne noch in Kleinkahl bei der „Käslies“ einen Handkäs; ein Klacks Sauerrahm macht diesen besonders. – Gute Empfehlungen?            bs

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Sinfonieorchester Con Brio gibt Konzerte in Hammelburg, Bad Kissingen und Würzburg

Das fränkische Sinfonieorchester Con Brio unter der Leitung von Gert Feser. | Foto: B. Schneide

Seit einer Menschengeneration, seit gut 30 Jahren, erfreut das in Würzburg beheimatete Sinfonieorchester Con Brio sein Publikum mit glanzvollen Darbietungen. Im Frühjahr 2019 stehen das 1887 uraufgeführte Konzert für Violine, Violincello und Orchester a-moll op. 102 von Johannes Brahms sowie die vier Jahre frühere Sinfonie Nr. 6 A-Dur von Anton Bruckner auf dem Programm; über Letztere heißt es, dass man beim Hören der Musik die germanische Sagenwelt vorüberziehen sehe. Premiere feierte Con Brio mit diesen Kompositionen am 10.02. zum Abschluss eines Probenwochenendes in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg. Weitere Auftritte folgen am 15.02. im Bad Kissinger Regentenbau und am 16.02. in der Musikhochschule Würzburg . Beim Brahms-Konzert agieren die Geschwister Cornelia (*1995) und Christian (*1993) Emmert als Solisten.

Den Klangkörper aus über 70 hervorragend ausgebildeten Laienmusikern aus dem main- und tauberfränkischen Raum leitet seit seiner Gründung 1988 der Arzt und ehemalige Professor für Musiktherapie an der Fachhochschule Würzburg/Schweinfurt Gert Feser.

Ein neues Repertoire will Con Brio im Sommerkonzert am 20.07.2019 in der Würzburger Hochschule für Musik spielen. Mehr unter www.conbrio-wuerzburg.de.

Künstler Roland Schaller möchte Mopper & Schnüdel ein Denkmal setzen

Mopper & Schnüdel in einer Darstellung des Lohrer Künstlers Roland Schaller. | Foto: B. Schneider

Mopper & Schnüdel – die beiden Begriffe stehen in der Spessartstadt Lohr a. Main für hier Geborene und für Zugezogene. Erstere konnten, seit im Jahr 2004 der Kreistag Main-Spessart entschied, die Entbindungsstation im Lohrer Krankenhaus zu schließen, nur noch durch Hausgeburten dazukommen. Jedenfalls schrumpft die Zahl der echten Mopper besorgniserregend – einmal abgesehen davon, dass sich die Faschingsgruppe der Kolpingsfamilie Lohr „Die Mopper“ nennt und deren Auflösung nicht zu erwarten ist.

Roland Schaller, der in Lohr daheim ist und als Kunstschaffender schon manchen internationalen Erfolg verbuchen konnte, versucht gerade, das Ratsgremium seiner Heimatstadt zu überzeugen, Mopper & Schnüdel im Stadtbild sichtbar werden, also seinen Entwurf einer entsprechenden Skulptur in Bronze umsetzen zu lassen. Die von ihm modellierten Figuren machen deutlich, dass die Spitznamen für die unterschiedlichen Bewohner Lohrs sich ableiten von der in den Dickdarm gefüllten Griebenblutwurst (Mopper), die auf beiden Seiten verschnürt wird (Schnüdel); dem Hund bleibt immerhin noch der Wurstzipfel.

Wer den Künstler in seinem Vorhaben bestärken möchte, kann ihm Unterstützung zusichern unter info@roland-schaller.de. | Foto: B. Schneider