In Arnstein: mehr Kunst- als Gartenmarkt

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühjahr beginnen die Gartenbesitzer zu hacken, jäten, rechen, düngen, sähen und pflanzen. Sowohl Ziersträucher als auch Gemüse und Salat. Anregungen für neue Akzente im „grünen Wohnzimmer“ liefern die zahlreichen Gartenmärkte. In herrschaftlichen Parks nennt man diese Art von Veranstaltung gerne Festival. In Arnstein (Lkr. Main-Spessart) auf dem Gelände entlang der Wern nahe der Wallfahrtskirche Maria Sondheim hat man die Bezeichnung Messe gewählt.

Kunst & Garten in Arnstein | Foto: B. Schneider
Fotos: B. Schneider

Kunst & Garten in Arnstein | Foto: B. Schneider

Es geht ums Verkaufen von Waren. Dennoch erhebt der Ausrichter (EVA – EVENT) ein Eintrittsgeld von 5,00 € pro Person. Im Vergleich zu anderen ist dies sogar günstig. Aber tatsächlich gerechtfertigt? Auf Wochen- oder Flohmärkten decken die sogenannten Beschicker die Kosten für die Organisation mit ihrer Standgebühr. In Arnstein boten am 26. und 27. Mai 2018 immerhin 90 Firmen, Freischaffende, Vereine und sonstige Organisationen ihre Erzeugnisse feil. Es gab vereinzelt auch Pflanzen. Vor allem aber Accessoires zum Dekorieren der Gärten und der Gärtnerinnen. Mit Fantasie lässt sich bei jedem Produkt eine Verbindung zum Gärtnern herstellen; die „hochprozentigen Darbietungen” demonstrierten, wie sich Obst und sonstige Früchte des Feldes veredeln lassen.

Kunst & Garten in Arnstein | Foto: B. Schneider

Kunst & Garten in Arnstein | Foto: B. Schneider


Kirche Maria Sondheim | Foto: B. Schneider

Auch ohne Verkaufsschau ist die Sondheimer Au in Arnstein allemal einen Ausflug wert. (Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Sondheim.) In der Pfarr- und Wallfahrtskirche kann man sich dem lieben Gott und seiner Mutter Maria anvertrauen. Zum anderen lernt man, dass sogar ein vermeintlicher Österreicher Seefahrergeschichte schrieb. An der Decke im Chorraum hat 1770 Johann Philipp Rudolph die Seeschlacht von Lepanto in leuchtenden Farben aufgemalt, bei der am 7. Oktober 1571 im Ionischen Meer die „Heilige Liga” überraschend über die Türken siegte. Die rund 77.000 osmanischen Mannen auf über 250 Galeeren besaßen den Nimbus, umschlagbar zu sein. Die christlichen Kämpfer auf ihren insgesamt 212 Kriegsschiffen wurden vom 24-jährigen Admiral Don Juan de Austria angeführt. Dessen Name verweist auf seine habsburgische Herkunft; er war der außereheliche Sohn Kaiser Karls V. und der bürgerlichen Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg. Papst Pius V. erklärte ihn zum „Retter der Welt”.

Seeschlacht von Lepanto an der Decke von Maria Sondheim | Foto: Bernhard Schneider

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