Liebesschlösser am Brückengeländer. Was ist davon zu halten?

Natürlich ist ein solches Vorhängeschloss romantisch, wenn zwei Menschen auf diese Weise zeigen, dass sie zusammengehören. Hätte ich ein Eisenwarengeschäft, würde ich mich auf jeden Fall darüber freuen. Schwer zu knabbern hätte ich daran, wäre ich ein Fisch; schließlich wird der Schlüssel fürs Schloss traditionell im unter der Brücke hindurchfließenden Wasser entsorgt. Und wäre ich ein Bauingenieur, Architekt oder Designer, der die (über-)spannende Konstruktion (mit) entworfen hat, würde ich wahrscheinlich über derlei „Schmuck“ wenig erfreut sein, weil er womöglich das Gesamtbild stört.

Breitet sich – ausgehend von den Schlössern – Rost aus, sodass langfristig Gefahr fürs Bauwerk droht und dessen Sicherheit infrage steht, dann … Das darf nicht sein!

Gleich nach dem Bau der neuen Bamberger Kettenbrücke 2010 nahmen Verliebte die Stahlseile des Geländers in Beschlag. Diese Liebesbekundungen ließ die Stadtverwaltung abnehmen, um Schaden abzuwenden. Kurz vor Weihnachten 2011 lenkte sie allerdings ein. Seither hängen jede Menge gravierte Schlösser an Seilen und Rohren – und werden zunehmend im wahren Sinn des Wortes zur Last.

Die ursprüngliche Kettenbrücke über die Regnitz in Bamberg, die den Namen wirklich verdiente und von 1829 bis 1891 die Altstadt und die sogenannte Gärtnerstadt verband, soll übrigens Vorbild für die ab 1869 errichtete Brooklyn Bridge in New York gewesen sein. Jene Baustelle zog sich 14 Jahre hin.

| Fotos: B. Schneider

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