Seit 100 Jahren finden Menschen hoch über Rothenfels Glaubensimpulse und Orientierung

Die Burg Rothenfels krönt quasi die kleinste Stadt Bayerns mit ihrem mittelalterlich geprägten Ortsbild. | Foto: B. Schneider

Beim Stichwort „Rothenfels“ spielt sich Kopfkino ab. Wichtigstes Motiv: die gleichnamige Burg, die auf standsteinrotem Fels aufragt über der am Main auf halber Strecke zwischen Lohr und Marktheidenfeld gelegenen und mit gut 1.000 Einwohnern kleinsten Stadt Bayerns. Vor genau 100 Jahren erwarb der katholische Jugendverband Quickborn die damals stark sanierungsbedürftige Anlage und machte sie zum deutschlandweiten Treffpunkt einer richtungsweisenden christlichen Bewegung ohne Gemeinde- und Diözesangrenzen; deren Ideale schlugen sich unter anderem in den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils nieder. Die heute Verantwortlichen zeigen sich überzeugt, dass die Bildungsstätte auch künftig unvermindert stark gefragt sein wird, weil man hier eben nicht jedem Trend nachhechelt.

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Kreuzberg mit weißer Kuppe

Der Schnee ist gut acht Tage vor Weihnachten auch in den Landen um den Main angekommen. Am Vormittag des dritten Advent war die Welt innerhalb einer halben Stunde fein gezuckert. Den ersten Schnee dieses Winters 2018/19 in der Region gab es genau eine Woche zuvor auf dem heiligen Berg der Franken, auf dem Kreuzberg in der Rhön. Am folgenden Dienstag hätte man hier ein Jubiläum feiern können … 

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Deutschlands erstes Christbaumdorf

Mittelsinn ist Deutschlands erstes Christbaumdorf. | Foto: B. Schneider
Unverkennbar wird jedem Besucher Mittelsinns schon am Ortseingang klar, dass er in eine Gemeinde kommt, in der sich das ganze Jahr (fast) alles um den Christbaum dreht. Im Hinblick auf die Eröffnung der Verkaufssaison und auf die beiden Adventsmarktwochenenden schmücken Mitglieder des Vereins „Christbaumdorf“ die Sinnbrücke schon Mitte November mit frisch geschnittenem Grün. | Foto: B. Schneider
Foto: Melanie Klug

Der karge Boden ist der große Vorteil von Mittelsinn. Er bewirkt, dass alles Gehölz nur langsam wächst –  also kurztriebig, gleichmäßig, dicht, robust, … So sollen idealerweise die Nadelbäume sein, die das bevorstehende Weihnachtsfest verschönern. Mittelsinn, mit gut 800 Einwohnern die kleinste der 40 selbständigen Gemeinden des Landkreises Main-Spessart, geografisch am Übergang zur Rhön, nennt sich „Deutschlands erstes Christbaumdorf“. „Erstes“ ist durchaus doppeldeutig zu verstehen: Die Mittelsinner fühlen sich als Pioniere einer lohnenden Geschäftsidee und sie streben nach der Marktführerschaft. Die einseitige Bewirtschaftung von etwa 250 Hektar wird allerdings auch kritisch beäugt. 

Christbäume soweit das Auge reicht. Nachfragebedingt sind die Hänge rund um Mittelsinn vorwiegend mit Nordmanntannen bestockt. Für farbliche Tupfer sorgen unter anderem Rotfichten, Nobilistannen, Bergkiefern und Thujen („Lebensbäume“ aus der Familie der Zypressen); diese werden vorwiegend als Schnittgrün für Grabschmuck bzw. Friedhofs- und Weihnachtsgestecke geerntet. | Foto: B. Schneider
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Klingenberg – mit allen Sinnen

Klingenberg mit der Clingenburg. | Foto: B. Schneider

Klingenberger Wein wird im Mittelalter in einem Atemzug mit dem Würzburger genannt. Heute wohl mehr als damals gedeihen in dem nach Süden ausgerichteten Steilhang des Schlossbergs einige der besten deutschen Tropfen. „Des Winzers Gold“ – so lautet das Motto des erst kürzlich eröffneten „terroir f Churfranken“, einer Aussichtsplattform am fränkischen Rotweinwanderweg in den Sonnenterrassen des Bundsandsteins. Und im Atlas der insgesamt 100 bayerischen Genussorte ist das malerische, rund 6.500 Einwohner zählende Städtchen am Untermain seit heuer aus doppeltem Grund gelistet: Die gemeinsame Bewerbung von städtischem Weingut und Altem Gewürzamt war erfolgreich.

Die Terrassierung der Kingenberger Weinberge mit Trockenmauern aus rotem Buntsandstein und steilen Treppen bedeutet für die Winzer harte Handarbeit. Diese wird am neuen Aussichtspunkt „terroir f Churfranken“ ausdrücklich gewürdigt. | Foto: B. Schneider
Die Terrassierung der Kingenberger Weinberge mit Trockenmauern aus rotem Buntsandstein und steilen Treppen bedeutet für die Winzer harte Handarbeit. Diese wird am neuen Aussichtspunkt „terroir f Churfranken“ ausdrücklich gewürdigt. | Foto: B. Schneider

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Schlussakkord im Würzburger Garten(schau)jahr

Mit der Ernte von Äpfeln, Birnen und Quitten neigt sich das Gartenjahr dem Ende zu. Damit ist auch eine Sonderschau im staatlichen Hofgarten der Würzburger Residenz abgeschlossen, die in diesem Sommer einen ganz außergewöhnlichen Bereich in den Mittelpunkt stellte: die Obstorangerie in Scherben.

Obstorangerie im Würzburger Hofgarten. | Foto: B. Schneider
Obstorangerie im Würzburger Hofgarten. | Foto: B. Schneider

Der Begriff Obstorangerie entstand im 18. Jahrhundert in Anlehnung an die übliche Orangerie. Als solche werden die Überwinterungshäuser für frostgefährdete Zitrusgewächse und andere Exoten bezeichnet, aber auch die Sammlung von solchen Pflanzen selbst. „Schlussakkord im Würzburger Garten(schau)jahr“ weiterlesen

Frost nimmt der Schlehe die bitteren Gerbstoffe

Eine reiche Schlehenernte kündigt einen strengen Winter an. | Foto: B. Schneider

Höchste Zeit, die Schlehen in Alkohol einzulegen, wenn bis Weihnachten noch ein aromatischer Likör mit dem markanten herbsauren Geschmack entstehen soll. Die bitteren Gerbstoffe der kugeligen Früchte von bis zu 25 Millimetern Durchmesser bauen sich enzymatisch allerdings erst durch Frosteinwirkung ab. Da die Schlehen heuer schon seit Ende August reif sind und geerntet werden können, die Temperaturen – zumindest im Flachland – aktuell noch nicht unter null Grad Celsius fallen, hilft nur, sie geputzt und gewaschen für einige Zeit ins Gefrierfach zu verbannen. Und gleich der nächste Tipp: Solange die Schlehen noch gefroren sind, ist es eine saubere Sache, ihre Haut mehrfach mit einer Stopfnadel zu durchstehen. So kann das Beste aus dem an Zucker, Fruchtsäure und Vitamin C reichen Fruchtfleisch leichter eine Symbiose mit dem Korn (oder alternativ Wodka) eingehen. Die Inhaltsstoffe wirken fiebersenkend, krampflösend, entzündungshemmend, magenstärkend und hautreinigend. Auch die Blüten sollen helfen; ein Aufguss (Tee) wird eingesetzt bei Durchfall, Blasen- und Nierenleiden sowie Magenbeschwerden.

Eine saubere Sache ist's, die Schlehen im gefrosteten Zustand anzupieksen. | Foto: B. Schneider
Eine saubere Sache ist’s, die Schlehen im gefrosteten Zustand anzupieksen. | Foto: B. Schneider

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Was uns der Weinheiligenweg in Frickenhausen übers Wetter und dessen Wirkung lehrt

„An Theres ist die Les“, sagt eine Bauernregel. Aber 2018 ist alles anders. Wenn die Christenheit am 15. Oktober der heiligen Theresa von Avila gedenkt, dürfte die Traubenernte in Franken längst eingebracht sein – auch in Frickenhausen. Hier bekommen Wanderer auf einem mit normalem Schuhwerk zu gehenden, sogar kinderwagen- und rollatortauglichen Rundweg aufgezeigt, was Winzer und andere landwirtschaftlich Interessierte aus bestimmten Naturereignissen an sogenannten Lostagen herauslesen bzw. hineininterpretieren können.

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Lebendige Industriegeschichte im Haseltal im Spessart: Der mit dem Bär tanzt

Der Bär tanzt im historischen Eisenhammer in Hasloch ... Der Aufwurfhammer wird wie das große Raubtier bezeichnet. | Foto: B. Schneider

Die Johanns – oder lautet die korrekte Mehrzahl des Männernamens Johänne? – waren auf Erfolg programmiert. Was sie an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert im Haseltal im Spessart anfingen, floriert mehr denn je. Alle der bisher sechs Generationen der Haslocher Unternehmerfamilie Kurtz waren und sind Innovationstreiber. Umso mehr ist bemerkenswert, dass sie bis heute ihre einstige Keimzelle, einen historischen Eisenhammer, funktionstüchtig erhalten. Sie verblüffen und begeistern kleine und große Besucher gleichermaßen mit diesem Stück lebendiger Industriegeschichte.

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Neuer ZweiUfer-Panoramaweg dies- und jenseits des Mains

Alles auf einen Blick auf dem ZweiUfer-Panoramaweg: Weinbau, Industrie und Waldwirtschaft. | Foto: B. Schneider

Menschen den Weg zu weisen, ist Reinhold Meurers Berufung. Vier Jahrzehnte lang im Schuldienst gab er jungen Leuten Orientierung. Jetzt lotst er diejenigen, die fränkische Vielfalt erfahren – nein: erlaufen – und genießen möchten, nordwestlich von Würzburg durch Weinberge, Obstgärten, Felder, Wiesen und Wälder.

Seit Kurzem ist der ZweiUfer-Panoramaweg durchgehend ausgeschildert, mit Erläuterungen zum jeweiligen Streckenabschnitt versehen sowie nach einheitlichem Gestaltungsmuster mit extrem bequemen Ruhebänken, mit Tischen zum Vespern und vereinzelt sogar mit Wellenliegen ausgestattet. Die ersten Tourengeher entdeckten verblüffende Blickwinkel. Reinhold Meurer freut sich, wenn selbst Ortskundige rückmelden: „So hab’ ich die Gegend noch nie gesehen.“

Der „Erfinder” des ZweiUfer-Panoramawegs: Reinhold Meurer. | Foto: B. Schneider
Der „Erfinder” des ZweiUfer-Panoramawegs: Reinhold Meurer (an einer Wellenliege im Schwarzkiefernbestand oberhalb von Erlabrunn). | Foto: B. Schneider

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