Maria Limbach markiert den östlichen Wendepunkt des fränkischen Marienwegs

Heute (7. Dezember) feiern die christlichen Kirchen das Fest Mariä Empfängnis. Papst Pius IX. Hat 1854 die unbefleckte Empfängnis Mariens zum Dogma erhoben, also zur „grundlegenden Lehraussage mit unumstößlichen Wahrheitsanspruch“. Anders als eine Enzyklika, bei der es sich um ein „belehrendes oder ermahnendes Rundschreiben“ des Kirchenoberhaupts handelt. 

Die Unbeflecktheit Mariens ist nicht zu verwechseln mit ihrer „immerwährenden Jungfräulichkeit“, einem weiteren Dogma – dass Maria vor, bei und nach der Geburt Jesu Jungfrau war. Die Immaculata (lateinisch für die Unbefleckte) ist Maria, weil sie vom ersten Augenblick ihres Daseins an vor der (Erb-)Sünde bewahrt blieb, denn sie war auserkoren, Mutter Gottes zu werden. Das heutige Kirchenfest zeigt also den Beginn der Schwangerschaft von Mariens Mutter Anna an. Folgerichtig steht neun Monate später am 7. September Mariä Geburt im Kalender. 

Marienfeiertage sind stets ein willkommener Anlass, sich auf den fränkischen Marienweg zu begeben. Östlicher Wendepunkt dieses Pilgerwegs ist die Wallfahrtskirche Maria Limbach kurz vor den Toren von Eltmann. Sie ist eines der beliebtesten Ziele entlang des Mainradwegs zwischen Bamberg und Schweinfurt im Landkreis Haßberge. Das Patrozinium ist hier Mariä Heimsuchung (2. Juli), womit an den Besuch der selbst schwangeren Maria bei ihrer spät noch schwanger gewordenen Cousine Elisabeth erinnert wird. 

Letzter Sakralbau Balthasar Neumanns

Maria Limbach war der letzte Sakralbau des großen Barockbaumeisters Balthasar Neumann; erst nach dessen Tod konnte das Gotteshaus 1755 fertig gestellt und geweiht werden. Die prächtige Rokokoausstattung stammt von dem in Obertheres gebürtigen Würzburger Hofbildhauer Johann Peter Wagner. Von diesem Glanz zeugt die Bezeichnung „fränkische Wieskirche”. 

Das alles ist derzeit nicht zu sehen. Die Wallfahrtskirche ist seit Mai dieses Jahres für voraussichtlich ein Jahr wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Für Gebetsanliegen hat die Pfarrgemeinde in der Ortsmitte vom Limbach ein Gnadenbild Mariens errichtet. 

Das Limbacher Gnadenbild zeigt eine spätgotische Muttergottes auf der Mondsichel mit dem nackten Jesukind auf dem Arm. Maria ist in dieser Darstellung aus dem 16. Jahrhundert umgeben von einem flammenden Strahlenkranz. Ein zweites Gnadenbild, eine Pieta, geht zurück auf die Frühzeit der Limbacher Wallfahrt um 1420. Das erste gesicherte Datum für eine Wallfahrtskirche bei Limbach ist das Jahr 1461. Die hiesigen Reliquien: Stückchen aus dem Kleide Mariens sowie aus dem Grabe der heiligen Katharina und der heiligen Barbara. 

Heilung des Fürstbischofs

Die Reformation und der Dreißigjährige Krieg führten zum Ende der marianischen Wallfahrt. Allerdings nahm die Verehrung Mariens wieder kräftigen Aufschwung ab 1727, als am sogenannten Gnadenbrünnlein Mirakel und Heilungen geschahen. Selbst Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn soll hier von einem Hüftleiden befreit worden sein. 1736 äußerte er sich: „Mir scheint, dass an dieser Stelle der Finger Gottes ist.“ Daraufhin veranlasste er den Kirchenbau nach Plänen seines genialen Hofbaumeisters. 

Höhepunkt des Wallfahrtsjahrs in Maria Limbach ist übrigens nicht das Fest Mariä Heimsuchung, sondern Mariä Himmelfahrt (15. August); nachmittags findet die Feier ihren Abschluss mit einer Prozession zum Gnadenbrünnlein. 

| Fotos: B. Schneider

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