Von Flandern nach Franken: Die Grafen von Loon und Rieneck

Spuren aus 1000 Jahren

War’s Liebe? Oder hatte ein gewisser Arnold von Loon (im heutigen Belgien) ganz einfach machtpolitische Überlegungen angestellt, als er Anfang des 12. Jahrhunderts die namentlich nicht bekannte Tochter des Grafen Gerhard von Rieneck, Stadtherr in Lohr und Burgvogt am Hof des Fürstbischofs von Mainz, ehelichte?

Arnold gewann Land nicht mit dem Schwert, sondern indem er in ein bedeutendes fränkisches Adelsgeschlecht einheiratete. Dessen Macht, Einfluss und Besitz vor allem im Spessart und Tauberfranken wuchsen in den folgenden Jahrhunderten kräftig weiter. Eine Vielzahl von Städten und Gemeinden tragen die Farben Loons beziehungsweise Rienecks im Wappen.

„Von Flandern nach Franken“ ist neue Sonderausstellung im Spessartmuseum in der ehemaligen Rienecker Residenz, im Schloss in Lohr a. Main, überschrieben. Sie wurde am 9. Mai 2019 im Beisein von Regierungspräsident Eugen Ehmann und seines Vorgängers Paul Beinhofer eröffnet. Bis 3. November 2019 gibt es Waffen und Rüstungen der Ritter, Siegel und Urkunden sowie Sensationsgeschichten aus der High Society des Mittelalters zu entdecken ebenso wie Bemerkenswertes aus dem Abtritt des Schlosses, in dem der letzte Graf von Rieneck, Philipp III., am 3. September 1559 – vor 460 Jahren – verstarb.

Am internationalen Museumstag am 19. Mai 2019 dreht sich im Spessartmuseum folglich alles um das Rittertum. Ab 12:00 Uhr präsentieren Vertreter des Vereins „Burglandschaft Spessart und Odenwald“ unter anderem Münzschlagen, Armbrustschießen und Turnierspiele. Die Gruppe „Zornhau – historische Fechtkunst“ gibt einen Überblick über die Schwertkampftechniken und die Waffen des Spätmittelalters. Die ritterliche Lebenskultur des 15. Jahrhunderts erläutern Mitglieder des Vereins „Geschichtsfenster“. Lissi und Hans Heilgenthal aus Hofstetten machen Musik auf Instrumenten wie Drehleier, Dudelsack und Bockspfeife .

Der Eintritt ist an diesem Tag frei; das Spessartmuseum ist schon ab 10:00 Uhr geöffnet – sonntags sogar bis 17:00 statt wie sonst bis 16:00 Uhr.

| Fotos: B. Schneider

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