In Franken ist das nötige Baumaterial reichlich vorhanden – für einen Christbaum aus Weinflaschen. Leer oder gefüllt. Aus Gewichtsgründen in der ersteren Version hat Spessartmuseumstechniker Andreas Eich einen solchen im Lohrer Schloss akkurat arrangiert. Aber kein Besucher wird ihn in dieser Advents- und Weihnachtszeit zu sehen bekommen; das Haus ist zum Zweck des Infektionsschutzes zunächst noch bis in den Januar hinein geschlossen.
„Eine unendliche Geschichte … über den Weihnachtsbaum und eine (noch) nicht stattgefundene Ausstellung“ weiterlesenMaria Limbach markiert den östlichen Wendepunkt des fränkischen Marienwegs
Heute (7. Dezember) feiern die christlichen Kirchen das Fest Mariä Empfängnis. Papst Pius IX. Hat 1854 die unbefleckte Empfängnis Mariens zum Dogma erhoben, also zur „grundlegenden Lehraussage mit unumstößlichen Wahrheitsanspruch“. Anders als eine Enzyklika, bei der es sich um ein „belehrendes oder ermahnendes Rundschreiben“ des Kirchenoberhaupts handelt.
„Maria Limbach markiert den östlichen Wendepunkt des fränkischen Marienwegs“ weiterlesenMeeresgott Neptun herrscht als „Gabelmoo“ auf dem Grünen Markt in Bamberg
Welchen Grund gibt’s denn, so grimmig zu schauen? Halten sich Übermütige und Unvernünftige nicht an die aktuellen Pandemiebestimmungen?
Trotz seines strengen Blicks ist der „Gabelmoo“ auf dem Grünen Markt in Bamberg eine der populärsten Persönlichkeiten der oberfränkischen Bischofs- und Universitätsstadt. Die liebevolle Dialektbezeichnung leitet sich ab vom Dreizack, den der heldenhaft wirkende Hüne mit links hält. Und dieser weist ihn eindeutig als Meeresgott Neptun aus, den Bruder des Jupiter und des Pluto. Analog zur Götterwelt der Römer herrscht in der griechischen Mythologie Poseidon über das Wasser.
„Meeresgott Neptun herrscht als „Gabelmoo“ auf dem Grünen Markt in Bamberg“ weiterlesenHimmelstadt – nahe dran an göttlichen Gefilden
Christkind – Kirchplatz 3 – 97267 Himmelstadt. An diese Adresse werden in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur junge Menschen Bitten richten. Und für gewöhnlich gibt es tatsächlich „wertvolle“ Antwort. Aber eben nicht wahrhaft aus Gottes Schreibstube. Die Himmelstadter geben ohne Ausflüchte zu, der Name sei „ä dobbelde Lüüch“ – allerdings nahe an der Wahrheit.
„Himmelstadt – nahe dran an göttlichen Gefilden“ weiterlesenDeutschlands kleinstes Museum mit 2,5 auf 2,5 Metern Grundfläche
Museen in Deutschland bleiben von morgen an für den ganzen November geschlossen. Zunächst waren sie im Zusammenhang mit den Maßnahmen zum Eindämmen der Corona-Pandemie nicht explizit genannt worden. Es hieß lediglich, Kulturveranstaltungen dürften nicht stattfinden. Unter allen betroffenen Einrichtungen sind Museen inzwischen gelistet – nach Bordellen sowie Nacht- und Nacktbars.
Das Isolatorenmuseum in Lohr a. Main, das üblicherweise an jedem ersten Sonntag im Monat nachmittags geöffnet ist, bleibt heute schon zu; die Abstandsregel kann nicht eingehalten werden. Das Museum, das in den Ruf steht, deutschlandweit eines der kleinsten und vielleicht das kleinste überhaupt zu sein, misst in der Grundfläche 2,5 auf 2,5 Meter. Auf zwei Etagen plus in einem seit etwa fünf Jahren vorhandenem Museumsgarten sind sage und schreibe über 600 Isolatoren aus über 40 Ländern zu sehen. Das ist einzigartig auf der ganzen Welt.
„Deutschlands kleinstes Museum mit 2,5 auf 2,5 Metern Grundfläche“ weiterlesenLiebesschlösser am Brückengeländer. Was ist davon zu halten?
Natürlich ist ein solches Vorhängeschloss romantisch, wenn zwei Menschen auf diese Weise zeigen, dass sie zusammengehören. Hätte ich ein Eisenwarengeschäft, würde ich mich auf jeden Fall darüber freuen. Schwer zu knabbern hätte ich daran, wäre ich ein Fisch; schließlich wird der Schlüssel fürs Schloss traditionell im unter der Brücke hindurchfließenden Wasser entsorgt. Und wäre ich ein Bauingenieur, Architekt oder Designer, der die (über-)spannende Konstruktion (mit) entworfen hat, würde ich wahrscheinlich über derlei „Schmuck“ wenig erfreut sein, weil er womöglich das Gesamtbild stört.
Breitet sich – ausgehend von den Schlössern – Rost aus, sodass langfristig Gefahr fürs Bauwerk droht und dessen Sicherheit infrage steht, dann … Das darf nicht sein!
„Liebesschlösser am Brückengeländer. Was ist davon zu halten?“ weiterlesenFrammersbacher Kreuzkapelle war der geistliche Mittelpunkt für die Arbeiter in den „fliegenden“ Glashütten
Für die Glasmacher im Spessart war die Kreuzkapelle oberhalb des Frammersbacher Sauerbergs in Richtung Wiesthal einst der geistliche Mittelpunkt. Sie gilt als das älteste Gotteshaus zwischen Lohr, Lohrhaupten und Aschaffenburg. Ihr Ursprung liegt im 14. Jahrhundert, als die Glasmacher oft nicht an festen Standorten tätig waren, sondern in sogenannten fliegenden Glashütten; in der Regel waren sie zwischen Ostern und Martini im Einsatz.
„Frammersbacher Kreuzkapelle war der geistliche Mittelpunkt für die Arbeiter in den „fliegenden“ Glashütten“ weiterlesenSchuhgeschichte(n) im Knauf-Museum in Iphofen
Besonders Frauen sind beim Thema Schuhe hin und weg. Folglich können Männer reichlich profitieren, wenn sie sich mit der Fußbegleitung intensiv befassen; zumindest lernen sie dabei viel über beiderlei Geschlecht. Schuhgeschichte und Schuhgeschichten präsentiert das Knauf-Museum im unterfränkischen Iphofen (Landkreis Kitzingen) bis einschließlich 8. November 2020.
„Schuhgeschichte(n) im Knauf-Museum in Iphofen“ weiterlesen300 Jahre Residenz Ellingen
In Ellingen im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen residierte von 1216 bis 1789 der Landkomtur der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Franken war die größte und reichste der 13 Provinzen des anlässlich des dritten Kreuzzugs um 1190 gegründeten Ritterordens. Prunk und Pracht wurden vollends augenscheinlich, als ab 1708 mittelalterliche Gebäude und ein repräsentativer Renaissancebau der heutigen Schlossanlage weichen mussten und die spätgotische Schlosskirche barockisiert wurde.
„300 Jahre Residenz Ellingen“ weiterlesenSchloss Burgpreppach trägt die Handschrift der beiden großen Baumeister des fränkischen Barock
Das Ortsbild von Burgpreppach wird dominiert von einem herrlichen dreiflügeligen Barockschloss . Der Würzburger Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths ließ es ab 1717 für sein Mündel Johann Philipp Fuchs zu Bimbach anstelle einer um 1525 am Heimbach entstandenen Wasserburg errichten. Dafür engagierte er keinen Geringeren als den Hofbaumeister Joseph Greising. Sowohl dieser als auch sein Auftraggeber verstarben vor der Fertigstellung des Bauwerks. Wohl griff auch der noch bekanntere Nachfolger Greisings ein: Balthasar Neumann. Dieser lieferte die Pläne fürs Treppenhaus. Das Schloss ist innen allerdings nur nach Anmeldung bei der jetzigen Schlossherrin Monica von Deuster Fuchs zu Bimbach (09534 255 | www.schloss-burgpreppach.de) zu besichtigen. Räumlichkeiten können für Feiern und andere Veranstaltungen gemietet werden. 2005 diente die historische Küche als Drehort für den Spielfilm „Räuber Hotzenplotz”.
| Foto: B. Schneider
