Fix wie der Amtsbote

Am 1. Juli 1920 wurde aus Königsberg in Franken Königsberg in Bayern. | Foto: B. Schneider

Vor 100 Jahren wurde Königsberg bayerisch. Bis dahin gab es einen Kurierdienst nach Coburg – heute eine herrliche Wanderstrecke durch würzburgisch geprägtes Gebiet.

Ehemaliges Coburger Landeswappen im Hof der dortigen Veste. | Foto: B. Schneider
Ehemaliges Coburger Landeswappen im Hof der dortigen Veste. | Foto: B. Schneider

Dass ein Teil Unterfrankens bis vor 100 Jahren zu den sächsischen Herzogtümern gehörte, wird denjenigen bewusst, die sich auf den Amtsbotenweg von Königsberg nach Coburg begeben. Stramme Wanderer schaffen die rund 50 Kilometer an einem Tag. Sich an der frischen Luft zu bewegen, ist das Einzige, das seit Beginn der Corona-Pandemie stets empfohlen wird. 

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Museumstag unter erhöhtem Infektionsschutz

Am Sonntag, 17. Mai 2020, ist internationaler Museumstag. Viele Häuser in Deutschland beteiligen sich wegen der Corona-Pandemie ausschließlich mit einem digitalen Programm. Anders das Spessartmuseum in Lohr a. Main, wo bei freiem Eintritt von 10 bis 17 Uhr die komplette Ausstellung im ehemals kurmainzischen Schloss begangen werden kann – natürlich unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes. Soll heißen, dass Besucher eine Mund-Nase-Maske tragen müssen. Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, der im Spessart ausgiebig der Jagd frönte, macht es vor … 

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Litfaßsäulen gehören seit 165 Jahren zum Stadtbild

Litfaßsäule in der Oberen Brückenstraße in Lohr am. Main. | Foto: B. Schneider

Die Veranstaltungsflaute aufgrund der Corona-Pandemie hält an. „Jungfräulich weiß“ stehen die Litfaßsäulen derzeit – wie hier in Lohr a. Main in der Oberen Brückenstraße – auf den Gehwegen. Es gibt nichts zu vermelden auf der „Anschlags- und Annonciersäule“, die seit 165 Jahren aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist und als echtes Massenmedium Karriere machte. Alleine in Deutschland sollen über 50.000 „Denkmäler“ für den Berliner Buchdrucker und Verleger Ernst Theodor Amandus Litfaß (1816-1874) existieren. 

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Blumenumrankter Literaturbalkon als magischer Ort des Frankenweins

Literaturbalkon auf dem Würzburger Stein. | Foto: B. Schneider

As allen Ritzen drängen jetzt blühende Wildblumen ans Licht. Die Wurzeln entwickeln eine solche Kraft, dass sie zuweilen Mauern sprengen – unter anderem zum Leidwesen der Weinbergsbesitzer in der bekannten Qualitätslage „Würzburger Stein“. Aufwendig müssen sie die aus Bruchsteinen gepuzzelten, kistorischen Wengertmauern mühsam instand halten.

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Fränkische Bratwurst mit Wein oder Gin

Sulzfelder Bratwurst mit Wein und Lohrer Bratwurst mit Gin. | Foto: B. Schneider

Die Sulzfelder (Halb-)Meterbratwurst trifft hier auf die nur etwa zwei Finger lange Lohrer Schneewittchenbratwurst. Letztere – hergestellt in der Metzgerei Siegler in Lohr-Wombach – ist verfeinert mit SnowWhiteGin aus der EichenbergManufaktur in Lohr-Rodenbach. Zu typisch fränkischen Bratwürsten gehört eigentlich ein Schoppen Frankenwein – schon im Brät und als Speisebegleiter. Zum kräftigen Geschmack des Gin nach Wacholder fällt die Wahl allerdings schwer. | Foto: B. Schneider

1. Seßlacher Schäufele-Drive-in

1. Seßlacher Schäufele-Drive-in. | Foto: B. Schneider

Was gibt’s im Seßlacher Drive-in? Genau: Schäufele mit Kloß und Soß’. Kilometerweite Strecken legt der Franke für seine Spezialität zurück. Dabei ist der rösche Braten aus dem Schulterstück des Schweins nicht der einzige Grund, um nach Seßlach ins Coburger Land zu kommen. Die knapp 4.000 Einwohner zählende, noch von einem intakten Mauerring umgebene Stadt gilt als das oberfränkische Rothenburg – nur eben viel ruhiger und gelassener als jener Inbegriff Deutschlands für weitgereiste Touristen. In normalen Zeiten kehrt man in Seßlach gerne ein zu Speis’ und Trank in geselliger Runde. Seßlacher Bier dürfen Bürger mit Braurecht im städtischen Kommunbrauhaus auch selbst sieden.

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Sorgen und Nöte in die Wallfahrtsorte bringen

Mariabuchen über dem Buchental bei Lohr a. Main. | Foto: B. Schneider

1. Mai – eher Marienfeiertag oder vielmehr Tag der Arbeit? Wenn man die Angelegenheit chronologisch betrachtet, fällt die Antwort eindeutig aus: Zuerst war die Verehrung Mariens – unter anderem als Patronin Bayerns und Herzogin Frankens. Die internationale sozialistische Arbeiterbewegung beansprucht den ersten Tag des Wonnemonats erst seit 1890 für sich. Aber die katholische Kirche hat darauf reagiert; Papst Pius XII. (gewählt 1939) rief dazu auf, dem heiligen Joseph, dem Pflegevater Jesu, der von Beruf Zimmermann war und als Joseph der Arbeiter bezeichnet wird, außer an seinem Namenstag am 19. März auch am 1. Mai zu gedenken.

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500 Jahre Kissinger Kur

Bad Kissingen hat für die Trinkkur die größte Wandelhalle Europas. Hier spielt auch ein eigenes 13-köpfiges Orchester – die „Staatsbad Philharmonie Kissingen“ – auf einer drehbaren Konzertbühne von Dienstag bis Sonntag zweimal täglich. | Foto: B. Schneider

Würzburger Domdekan war der erste namentlich bekannte Gast

Der Würzburger Domdekan Dietrich von Thüngen (1476–1540) war der erste namentlich bekannte Kissinger Kurgast. Genau 500 Jahre ist es hier, seit er sein Heil im Bade suchte. Im 19. Jahrhundert stieg die gastliche Stadt in der Vorrhön mit ihren gesundheitsfördernden Wässern zum Weltbad auf, wo gekrönte Häupter und andere Staatenlenker sich trafen. Aus jenen Tagen rühren viele Superlative. Daran schloss im zurückliegenden Jahr der von der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH vermeldete Rekord an Gästeanreisen an; seit 1745 werden diese Zahlen aufgezeichnet. Derweil hoffen die politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, alle Anstrengungen würden von der UNESCO jetzt belohnt mit dem Titel „Weltkulturerbe der Menschheit“. 

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